Edito

Vos cultures… ma culture

6 heures. La radio crache son lot d’informations. Une voix grave débite machinalement les dernières du jour. L’oreille tendue, je déchiffre le flux d’actualités. Malgré un état comateux, je capte l’essentiel.

Le débat sur les armes de service au domicile s’envenime à l’approche des votations. Les opposants hurlent que l’on bafoue les traditions helvétiques alors que les initiateurs misent sur la continuité de la vie.

La Tunisie, elle, fait sa révolution. Le gouvernement déchu, le tyran a pris la poudre d’escampette avec le pactole. La population a décidé de changer son destin. Conduire un pays vers des jours meilleurs.

Les Zurichois ne veulent plus d’étrangers dans leurs hautes écoles. Les Allemands devront mettre la main au porte-monnaie s’ils entendent étudier ici. L’idée de la marchandisation des études suit son cours aux dépens des faibles revenus.

Puis mon attention se porte sur les résultats sportifs. Roger Federer, symbole de la nation, passe le 1er tour du tournoi australien. Dans les patinoires, Bienne : 4, Genève : 2. Ici, c’est Bienne !

Tout juste réveillé, je baigne dans la culture. Au rythme de la journée, celle-ci continuera d’évoluer. À chaque coin de rue, je croiserai des visages qui me transmettront leurs valeurs et leurs expériences. La culture est partout ; à tout moment. Pur produit de mon environnement, je m’imprègne de vous.

Jonathan Fuchs,
co-rédacteur en chef

Eine Kultur, viele Kulturen – ist alles Kultur?

Schlage ich eine beliebige Zeitung auf, treffe ich im Kulturteil meistens auf Artikel und Informationen über Kino, Konzerte, Trends, digitale Neuheiten, Mode und Architektur.
Meiner Ansicht nach ist „Kultur“ aber viel mehr. Schon das Wort ist mehrdeutig und stammt von verschiedenen lateinischen Wurzeln ab. Einerseits von „cultus“, was kultiviert, Hingabe, Anbetung und Zivilisation symbolisiert. Andererseits kann das Wort aber auch auf „cultum“ zurückgeführt werden, was mehr „bestellen“ und „kultiviertes Land“ bedeutet.
Das Wort kommt nicht nur von mehreren Ursprüngen, sondern wird auch in ganz verschiedenen Kontexten gebraucht.
Für mich beginnt die Kultur bei der globalen Ansicht der Erde und endet beim Individuum. Sie verändert sich konstant, ist heterogen und nicht unbedingt an ein bestimmtes Territorium gebunden. Eine Person hat nicht nur eine ganz eigene und individuelle Kultur (Ansichten, Idole, Vorlieben und Einstellungen), sondern gehört gezwungenermassen auch einer oder mehreren Gruppen an. Wir gehören einer Nation und einer Religion an, in die wir hineingeboren werden. Während unserer Entwicklung wählen wir mithilfe des Umfeldes und den gemachten Erfahrungen diejenigen Gruppen aus, die uns am besten definieren. So entsteht ein Sammelsurium von Gruppen, denen man mit Überzeugung angehört. Dies kann die politische Einstellung, das Essverhalten, den Musikgeschmack oder die Erziehungsansichten (und noch vieles mehr) betreffen.
In der eigenen Kultur fühlt man sich sicher und empfindet sie als Normalität. Andere Kulturen sind gewöhnungsbedürftig, fremd und müssen zuerst verstanden und akzeptiert werden. Die Integration sollte also immer miteinbezogen werden, wenn man über die Kultur spricht oder urteilt.
Die Kultur wird immer bestehen bleiben, denn sie definiert uns. Wir sind die Kultur. Sie gehört zum Menschen, zum Leben, wie unser eigener Organismus.

“Culture of the mind must be subservient to the heart.“
Mohandas Gandhi

Martina Riebli,
co-Chefredakteurin